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Das ist mal was ganz Besonderes |
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Vergangenes Jahr wählten sie ihre Landsleute zur beliebtesten Französin. Ihre Konzerte sind ausverkauft. Sie ist schlicht die Nummer eins des französischen Pop: Patricia Kaas. Am 31.Juli gastiert sie mit dem Hannover Pops Orchestra bei den Ludwigsburger Schloß-Festspielen.
Sie kommen mit einem Sinfonieorchester auf Tournee?
PATRICIA KAAS: Tournee kann man das nicht nennen. Ich mache mit dem Orchester nur sechs Konzerte. Das ist eine ganz spezielle Sache nur für Deutschland und ein Konzert in der Schweiz.
Wann wird man Sie wieder auf Tournee sehen?
PATRICIA KAAS: Meine eigentliche Tournee startet erst im Oktober. Und im Februar komme ich auch wieder zu Konzerten nach Deutschland.
Vor Ihrer letzten Mammut-Tournee, immerhin 120 Konzerte in 13 Ländern, hatten Sie ein Jahr pausiert. Diesmal sind Sie gleich nach der Tournee ins Studio gegangen. Warum?
PATRICIA KAAS: Die neuen Lieder waren einfach schon fertig. Wir waren gespannt darauf, sie aufzunehmen. Wir wollten Sie einfach möglichst schnell hören. Und nach einer Tournee ist die Stimme besser in Form. Das ist wie bei einem Muskel: Wenn er trainiert ist, funktioniert er besser. Die Stimme klingt nach so vielen Konzerten einfach runder, und man traut sich selbst sehr viel mehr zu, wenn man im Training ist. Gerade bei Konzerten probiert man schon mal das eine oder andere aus und gewinnt so viel Sicherheit.
Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Hannoveraner Orchester?
PATRICIA KAAS: Letzen Dezember habe ich bei einem Konzert mit Placido Domingo und einem Orchester gesungen. Und das hat Spaß gemacht. Und man hat nicht jeden Tag 80 Musiker, die einen begleiten. Also habe ich gleich zugesagt, als ich das Angebot bekam.
Viele Ihrer Lieder sind sehr rhythmusbetont. Wie geht das Orchester damit um?
PATRICIA KAAS: Ich bin nicht nur mit dem Orchester unterwegs. Meine Band ist auch dabei. Mit dem Orchester werde ich alleine einige ganz aktuelle Lieder von meiner neuen Platte "Le mot de passe" singen, auf der ohnehin viel Orchester zu hören ist. Einen Teil der älteren und bekannten Sachen haben wir speziell für diese sechs Konzerte neu arrangiert, um das Orchester miteinzubeziehen.
Schon bei der letzten Tournee "Rendez-vous" gab es im ersten Teil viele ruhige Lieder. Sagen Sie dem Rock und Pop langsam adieu? Gibt es bald eine neue Patricia Kaas?
PATRICIA KAAS: Nein, überhaupt nicht. Die Zusammenarbeit mit dem Orchester hat sich einfach als Gelegenheit geboten, und ich wollte das mal machen. Auch weil es mal was anderes ist, als nur immer im Studio oder auf Tournee zu sein. Mal sehen, wie es wird. Wenn es gut läuft, könnte ich mir vorstellen, sowas öfter zu machen. Aber mit einem Stilwechsel hat das nichts zu tun. Ich bleibe die alte. Und außerdem ist das Ganze auch eine Kostenfrage. Eine Tournee mit 80 Musikern ist sehr teuer. Und ich möchte eigentlich die Eintrittspreise für meine Fans so niedrig wie möglich halten. Das ist mir wichtig. Also kann man solche Konzerte nur mal ab und zu mal als was ganz Besonderes machen.
Südwest Presse vom 27.07.99
Interview von Helmut Pusch